Das biopharmazeutische Unternehmen Valbiotis sah seinen Titel Zusammenbruch durch 43% zum Handelsschluss an der Pariser Börse am Dienstag, dem 4. Juni. Dieser starke Rückgang folgt auf die Ankündigung des Endes des Lizenz- und Liefervertrags mit Nestlé Gesundheitswissenschaft für sein Nahrungsergänzungsmittel gegen Diabetes, Gesamt-63.
Valbiotis, ein französisches Unternehmen mit Sitz in La Rochelle, hat einen schweren Rückschlag erlitten. 43 % Rückgang des Aktienkurses an einem einzigen Tag. Grund für diesen dramatischen Rückgang ist das Ende des Lizenz- und Liefervertrags mit Nestlé für dessen Antidiabetes-Nahrungsergänzungsmittel. Diese Änderung ist nicht auf Meinungsverschiedenheiten oder die Produktqualität zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine Umstrukturierung von Nestlé Health Science, der Abteilung, die mit Valbiotis zusammengearbeitet hat.
Dieser Rückschlag dürfte die internationale Vermarktung des Nahrungsergänzungsmittels Totum 63 verlangsamen. Obwohl Valbiotis noch 25 Mio.besteht die dringende Aufgabe nun darin, eine neue Marketingvereinbarung zu finden, insbesondere für den internationalen Vertrieb. Ohne eine solche Einigung in den kommenden Monaten wird die Titelrisiken weiterhin stark fallen, und ohne die Unterstützung eines wichtigen Partners könnte es für die Gruppe schwierig werden, sich neu zu bewerten und zusätzliche Mittel aufzutreiben.
Eine strategische Wende bei Nestlé
Diese unerwartete Trennung ist nicht auf eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Partnern zurückzuführen, sondern vielmehr auf einen Richtungswechsel bei Nestlé Health Science. Die im Jahr 2025 in Schwierigkeiten geratene Fachsparte des Schweizer Riesen hat ihre Prioritäten im Markt für gesunde Ernährung neu definiert.
„Diese Trennung von einem wichtigen Akteur im Ernährungsbereich steht weder im Zusammenhang mit Totum-63 noch mit der Beziehung zu Valbiotis, sondern ist auf eine strategische Neuausrichtung bei Nestlé Health Science zurückzuführen. Es ist ein schwerer Schlag, der die internationale Markteinführung von Totum-63 verzögern wird, die Qualität des Produkts steht jedoch außer Frage“, kommentierte der Leiter des Aktienportfolios bei EduBourse.
Die im Februar 2020 gegründete Partnerschaft hatte Begeisterung ausgelöst. Nestlé Health Science hatte sich gegen eine Anzahlung von 63 Millionen Schweizer Franken und Meilensteinzahlungen von bis zu 5 Millionen die exklusiven weltweiten Vermarktungsrechte an Totum-66 gesichert.
Valbiotis steht vor einer großen Herausforderung
Das Ende dieser Vereinbarung verzögert zwangsläufig die internationale Markteinführung von Totum-63, die ursprünglich für Ende 2025 bzw. Anfang 2025 geplant war. Valbiotis muss nun schnell einen neuen Partner finden sein Startziel für die erste Hälfte des Jahres 2025 beizubehalten.
Mit 25 Millionen Euro liquiden Mitteln Ende 2025 verfügt das Unternehmen über ausreichend Handlungsspielraum. Ohne eine neue Marketingvereinbarung besteht jedoch die Gefahr, dass die Aktie ihren Rückgang fortsetzt. Der Schlag ist hart: Die Valbiotis-Aktie ist seit Jahresbeginn um 60 % gefallenund sogar 80 % im Vergleich zum Börsengang im Juni 2017.
Für risikofreudige Anleger könnte die Aktie eine Chance darstellen, allerdings mit der Einschränkung, dass man bei einem Misserfolg in den nächsten Monaten mit einem vollständigen Kapitalverlust rechnen muss.